Kritische Infrastruktur

Die Kritische Infrastruktur (KRITIS) bildet das Nervensystem unserer modernen Gesellschaft, welches essentielle Bedeutung für die Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Funktionen, der Gesundheit, der Sicherheit sowie des wirtschaftlichen und sozialen Wohlergehens der Bevölkerung hat.

Von der Energie-, Lebensmittel- und Wasserversorgung über das Gesundheitswesen und die Informations- und Telekommunikationstechnik bis zum Transport- und Verkehrswesen sowie der staatlichen Verwaltung, der Gefahrenabwehr und vielen weiteren Bereichen haben Störungen oder Ausfälle das Potenzial erheblicher Auswirkungen auf unser aller Leben. Dies kann von (Grund-)Versorgungseinschränkungen für die Bevölkerung über Störungen des Gemein- und Wirtschaftswesen bis hin zur Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der Lebensgrundlagen reichen. In unserer hochentwickelten Gesellschaft hat daher die jederzeitige Funktionsfähigkeit der Kritischen Infrastruktur enorme Bedeutung.

Am 17. März 2026 ist das „Dachgesetz zur Stärkung der physischen Resilienz kritischer Anlagen (KRITIS-Dachgesetz – KRITISDachG)“ in Kraft getreten, welches nun mit der physischen Sicherheit die zweite Säule neben den zuletzt durch das NIS-2-Umsetzungsgesetz (NIS2UmsuCG) vom Dezember 2025 verschärften Cybersicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Kritischen Infrastruktur bildet.

Das KRITISDachG regelt nicht grundsätzlich, wer oder was in Deutschland zur Kritischen Infrastruktur zählt, d. h. es definiert nicht KRITIS (neu). Es macht nur insoweit Aussagen zu Sektoren, Branchen und kritischen Dienstleistungen (kDL), wie es erforderlich ist, um den Anwendungsbereich des KRITISDachG zu definieren. Demnach gilt das KRITISDachG nicht für alle KRITIS, sondern nur für eine Teilmenge der Kritischen Infrastruktur in Deutschland und Hessen. Diese Teilmenge umfasst nur bestimmte KRITIS-Bereiche (Sektoren, Brachen, kritische Dienstleistungen) und nur KRITIS-Anlagen bestimmter Größe (orientiert an dem Regelschwellenwert von mind. 500.000 durch eine Anlage versorgten Einwohnern).

Informationen zum KRITISDachG und Änderungen, die sich im Zuge des KRITISDachG in Hessen ergeben, werden sukzessive auf dieser Internetseite bereitgestellt bzw. vorgenommen.

Kritische Infrastrukturen (KRITIS) sind Organisationen, Anlagen sowie Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere erhebliche Folgen eintreten würden. (KRITIS-Übersichtsliste Hessen; in Anlehnung an BMI 2009: Nationale Strategie zum Schutz Kritischer Infrastrukturen)

Als Kritische Infrastruktur definiert ist eine „… Anlage, ein System oder ein Teil davon, die von wesentlicher Bedeutung für die Aufrechterhaltung wichtiger gesellschaftlicher Funktionen, der Gesundheit, der Sicherheit und des wirtschaftlichen oder sozialen Wohlergehens der Bevölkerung ist …“ (Art. 2 EU-Richtlinie 2008/114/EG)

Kritische Dienstleistungen (kDL) sind Dienstleistungen, die von Betreibern der Kritischen Infrastruktur zur Versorgung der Allgemeinheit (in den Sektoren und Branchen der Kritischen Infrastruktur) erbracht werden und deren Ausfall oder Beeinträchtigung zu erheblichen Versorgungsengpässen, zu Gefährdungen der öffentlichen Sicherheit oder zu vergleichbaren Folgen führen würde. (BBK-Glossar)

Abgrenzung vom Begriff der Systemrelevanz: An der Bereitstellung kritischer Dienstleistungen können weitere Organisationen, Akteure und Einrichtungen mittelbar beteiligt sein, z. B. indem sie als externe Partner den Betreibern Kritischer Infrastruktur die Bereitstellung ermöglichen (Dienstleister, Zulieferer, Subunternehmer etc.). Diese Einrichtungen gelten nicht als KRITIS, sind aber systemrelevant. Das Attribut „systemrelevant“ im KRITIS-Kontext gilt dabei nicht per se für bestimmte Einrichtungstypen, sondern bezieht sich ausschließlich auf die Beteiligung an der Bereitstellung einer kritischen Dienstleistung. Systemrelevante Einrichtungen sind also Kritische Infrastrukturen sowie weitere Einrichtungen.

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