Kassel ist von Beginn an Teil des Programms. Heute hat Innenminister Roman Poseck einen persönlichen Eindruck von den ergriffenen Maßnahmen in Kassel gewonnen. Der Minister tauschte sich mit den Beamten vor Ort aus und besuchte anschließend die Innenstadt, begleitet von Nordhessens Polizeipräsidenten Marco Bärtl, dem Stadtrat Dr. Norbert Wett und dem Leiter der Stadtpolizei Ralf Heuken.
Nach seinem Besuch in Kassel zieht Innenminister Roman Poseck eine positive Zwischenbilanz der Innenstadtoffensive und ordnet die Entwicklung vor Ort ein: „Innenstädte sind das Herzstück jeder Stadt. Deshalb ist es wichtig, dass sich die Bürger sicher fühlen – und es auch tatsächlich sind. Vor zwei Jahren haben wir die Innenstadtoffensive genau mit diesem Ziel ins Leben gerufen. Meine Besuche in den Städten Gießen, Hanau und Kassel haben einmal mehr gezeigt, dass unsere Innenstadtoffensive wirkt. Die Kriminalität geht in Hessen spürbar zurück. Im Jahr 2025 ist die Straßenkriminalität in Hessen um 3,6 % auf 63.077 Fälle zurückgegangen. 2015 hat es noch 73.419 Fälle von Straßenkriminalität gegeben. Besonders deutliche Rückgänge sind in den Städten Kassel (-14,7 %), Bad Hersfeld (-14,6 %), Wiesbaden (-12,2 %), Gießen (-10,3 %), Rüsselsheim (-7,3 %) und im Frankfurter Bahnhofsviertel (-6,9 %) festzustellen. Hessenweit können wir für 2025 Rückgänge des Taschendiebstahls um 25,9 Prozent und des Straßenraubs um 15,2 Prozent sowie des Fahrraddiebstahls um 11,5 Prozent verzeichnen. Einen erheblichen Anteil an dem Rückgang hat unsere Offensive für eine Mehr an Sicherheit in unseren Innenstädten. Mehr Polizeipräsenz und verstärkte Kontrollen wirken sich auch positiv auf das Sicherheitsgefühl der Bürger aus. Die Menschen reagieren auch selbst ganz überwiegend positiv und dankbar auf die polizeilichen Maßnahmen. Auch die Beamtinnen und Beamten stehen hinter dem Programm, da es mehr Kontrollen ermöglicht. Die Polizei wird dadurch in der Öffentlichkeit verstärkt und positiv wahrgenommen. Mein heutiger Besuch in Kassel unterstreicht, wie gezielte Maßnahmen die Sicherheit spürbar verbessern können.
Zahl der Messerangriffe im öffentlichen Raum in Kassel um 24,5 % gesunken
Kassel ist eine sichere Stadt. Die rund 200.000 Einwohner können sich auf die Polizei verlassen: Im vergangenen Jahr sind die Straftaten gemäß der Polizeilichen Kriminalstatistik in der Stadt Kassel um 6,3 % zurückgegangen. Die Straßenkriminalität ist in Kassel zwischen 2024 und 2025 um nahezu 15 % zurückgegangen; in den letzten zwei Jahren sogar um 25 % gesunken (2023: 4.596, 2024: 4.062, 2025: 3.465). Diese Entwicklung belegt, dass unsere Strategie wirkt. Auch die Häufigkeitszahl – die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner – ist im letzten Jahr wiederholt auf 10.263 gesunken (2024: 10.554; 2023:12.047) während die Aufklärungsquote kontinuierlich in den vergangenen drei Jahren auf 61,7% gestiegen ist. Besonders deutlich werden die Rückgänge beim Straßenraub (-33,3 %), bei der gefährlichen Körperverletzung (-7,3 %) und beim Taschendiebstahl (-2,8 %).
Ich begrüße, dass seit Oktober 2024 in der Innenstadt eine Waffen- und Messerverbotszone eingerichtet wurde. Dadurch konnten im letzten Jahr 120 Waffen, darunter 78 Messer, sichergestellt werden. Die Zahl der Messerangriffe im öffentlichen Raum ist in Kassel im vergangenen Jahr von 49 auf 37 Fälle um 24,5 % gesunken.
Videoschutzanlagen leisten einen wesentlichen Beitrag
Auch die Videoschutzanlagen leisten einen wesentlichen Beitrag: In Kassel sind derzeit zehn Kameras im Einsatz, die nicht nur zur Aufklärung von Straftaten beitragen, sondern auch präventiv wirken. So wurden im Jahr 2025 151 Straftaten durch die Auswertung der Aufzeichnungen entdeckt oder geklärt. Das ist ein Anstieg von 77 % gegenüber dem Vorjahr (2024: 85 Fälle). Ein prägnantes Beispiel für den effektiven Einsatz von Videoschutzanlagen findet sich im Lutherpark. Dort konnte im vergangenen Jahr eine Drogen- und Trinkerszene vertrieben werden, die zuvor als störend und beängstigend wahrgenommen wurde. Die Aufnahmen zeigten, wie sich die Szene umgehend von dem Ort fernhielt, nachdem die Kamera installiert wurde. Ein Erfolg für das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen vor Ort.
Als eine der ersten KOMPASS-Kommunen nutzt Kassel Präventionsangebote konsequent. Die Verleihung des Sicherheitssiegels ist für den 12. Mai 2026 terminiert. Damit wird ein weiterer Meilenstein in der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Kommune besiegelt. Ich freue mich schon jetzt auf die Verleihung des Siegels.
Diese positive Entwicklung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenten gemeinsamen Handelns von Polizei, Kommune und Ordnungsbehörden. Mein Dank gilt allen Beamten, die täglich für die Sicherheit der Menschen in Kassel sorgen. Wir werden diesen Weg konsequent weitergehen und die Innenstadtoffensive fortsetzen.“
Rückgang der Fallzahlen der Straßenkriminalität in Kassel
Polizeipräsident Marco Bärtl ergänzt: „Die Innenstadtoffensive zur Bekämpfung der Kriminalität zeigt auch in Kassel deutliche Wirkung. Wir haben seitens der Polizei große Anstrengungen unternommen, um die Kriminalität im Innenstadtbereich Kassels und an weiteren Brennpunkten wirksam zu bekämpfen und es zeigt sich, dass wir die richtigen Maßnahmen ergriffen haben.
Die täter- und brennpunktorientierten Kontrollen und Ermittlungen haben Wirkung gezeigt. Wir haben diese fortlaufend weiterentwickelt und sind mit der Einrichtung einer festen Organisationseinheit (OE) City, die sich konzeptionell völlig neu ausrichten und an die aktuelle Zeit anpassen konnte, neue Wege gegangen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir hier bei aller gebotenen Bescheidenheit von einem großen Erfolgsmodell sprechen dürfen. Ein Rückgang der Fallzahlen der Straßenkriminalität in Kassel rund 25 % in zwei Jahren und um 14,7 % im vergangenen Jahr auf 3.465 (-597 Fälle) ist ein messbarer Beleg dafür.
Gleichwohl ist zur erfolgreichen Bekämpfung von Kriminalität im öffentlichen Raum ein gut aufeinander abgestimmtes Maßnahmenbündel erforderlich. Die Einrichtung der Waffenverbotszone, die Ausweitung und technische Verbesserung des Videoschutzbereichs in Kassel, eine personelle Aufstockung der Stadtpolizei durch die Stadt Kassel sowie eine sehr gute und enge Zusammenarbeit mit den Justizbehörden stärken die Sicherheitsarchitektur in unserer Großstadt und tragen aus meiner Sicht ebenfalls zu dieser Entwicklung bei und sind Beleg für einen handlungsfähigen Staat.“